Anzio

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hafenstädtchen an der Westküste Italiens mit 7000 Einwohnern (1940), etwa 50 km südlich von Rom.

    Bei Anzio durch amerikanische Truppen gefangen genommener deutscher Soldat

    Am 22.1.1944 landete bei Anzio und weiter östlich bei Nettuno das VI. Korps (Lucas, später Truscott) der 5. US-Armee (Clark) hinter den deutschen Linien. Der alliierte Vorstoß aus dem Brückenkopf von Salerno war in den Bergen von Cassino an der "Gustav-Linie" steckengeblieben. Jetzt sollte die Operation "Shingle" die rückwärtigen Verbindungen der dortigen deutschen Verteidiger abschneiden und damit helfen, den Weg nach Rom freizukämpfen. Die Ankunft der Landungsflotte aus Neapel vor Anzio mit 4 amerikanischen und 2 britischen Divisionen an Bord blieb unbemerkt; bereits in den ersten 24 Stunden waren 15 000 Mann mit ihren Fahrzeugen ausgeschifft, bis zum 29.1. waren 68 886 Soldaten, 237 Panzer und 50 Geschütze an Land. Doch statt gegen den anfänglich kaum vorhandenen Widerstand gleich in den Rücken der deutschen 10. Armee (v. Vietinghoff) vorzustoßen, begnügte sich Lucas mit dem Ausbau des Landekopfs und trat erst am 30.1. zum Angriff an, der gegen die nun herangeführten Kräfte kaum noch Boden gewann. Churchill kommentierte, man habe statt einer "Wildkatze" einen "gestrandeten Wal" an Land gesetzt. Freilich blieben hartnäckige Versuche der deutschen 14. Armee (von Mackensen), den Brückenkopf einzudrücken, ebenfalls nach Anfangserfolgen stecken.

    Landung amerikanischer Truppen in Anzio

    123 Tage lang lagen Amerikaner und Briten bei Anzio fest. Inzwischen auf 6 Divisionen verstärkt, gelang ihnen schließlich am 23.5.1944 in Verbindung mit einer allgemeinen deutschen Rückzugsbewegung der Ausbruch. Zwei Tage später vereinigten sie sich mit den anderen Verbänden der 5. US-Armee, die von Süden her auf Rom marschierte und die italienische Hauptstadt am 4.6.1944 kampflos besetzte.