Anschluss

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    V.a. seit 1918 zum politischen Schlagwort verkürzte Bezeichnung für: Anschluss Österreichs an das Deutschen Reich.

    Nach dem 1. Weltkrieg von den Siegermächten untersagt, blieb der Anschlussgedanke in Deutschland lebendig und trat in Österreich erst nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 zugunsten eigenstaatlicher Entwicklung ein wenig in den Hintergrund. Nachdem ein erster Versuch Hitlers, einen Anschluss politisch vorzubereiten, mit einem nationalsozialistischen Putsch in Wien, bei dem der österreichische Bundeskanzler Dollfuß ermordet wurde, am 25.7.1934 gescheitert war, gelang der Anschluss schließlich doch durch deutsch-italienische Annäherung im Gefolge des Kriegs in Abessinien. Nach ultimativen Forderungen Berlins und Umbildung der Regierung in Wien in Hitlers Sinne erfolgte nach bestelltem Hilfeersuchen am 12.3.1938 der Einmarsch deutscher Truppen in Österreich, das als "Ostmark" dem Reich angegliedert wurde. Nach der Rückgliederung des Saarlands (1.3.1935) und dem Einmarsch der Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland (7.3.1936) wurde der Anschluss zu einem weiteren entscheidenden Schritt in Richtung "Großdeutsches Reich" und damit auf dem Weg in den Krieg. Er veränderte die Machtbalance in Mittel- und Südosteuropa nachhaltig.