Andrew Browne Cunningham

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    1899 zur Marine, im 1. Weltkrieg u.a. Befehlshaber der Zerstörer, danach zahlreiche Kommandos, u.a. Befehlshaber des Schlachtschiffs Rodney. Bei Kriegsausbruch war Cunningham Oberbefehlshaber der britischen Mittelmeerflotte (seit Mai 39), die sich gegen die starke italienische Flotte und, nach der französischen Kapitulation, möglicherweise auch gegen die französischen Seestreitkräfte in prekärer Lage befand. Cunningham gelang am 7.7.40 ein Abkommen mit dem in Alexandria vom Waffenstillstand überraschten französischen Geschwader, das sich internieren ließ. Am 21.11.40 glückte ihm ein Schlag gegen den anderen Gegner durch einen Trägerangriff auf Tarent, der die Hälfte der italienischen Schlachtflotte lahm legte. Mit dem Sieg in der Seeschlacht von Matapan am 28./29.3.41 sicherte er dauerhaft die britische Seeherrschaft im Mittelmeer. Daran änderten auch die Verluste nichts, die seine Flotte beim Einsatz gegen die deutsche Luft- und Seelandung auf Kreta Ende Mai 41 erlitt: 9 Schiffe, darunter 3 Kreuzer, gesunken, 15 Einheiten, darunter 3 Schlachtschiffe, z.T. schwer beschädigt. Im Mai 42 abgelöst, wechselte Cunningham zur britischen Marinedelegation in Washington und arbeitete mit am Plan zur Landung alliierter Streitkräfte in Nordafrika ("Torch"), bei der er am 7./8.11.42 den Deckungsverband führte. Am 10.7.43 war Cunningham Oberbefehlshaber der alliierten Seestreitkräfte bei der Landung auf Sizilien ("Husky"), im Oktober 43 folgte die Ernennung zum Chef des Admiralstabs. 1946 Ruhestand, Memoiren "A Sailor's History" (Irrfahrten eines Seemanns, 1951).