Andrei Iwanowitsch Jeremenko

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Andrei Iwanowitsch Jeremenko, Generaloberst

    Eintritt in die Zarenarmee 1913, im Bürgerkrieg zur Roten Armee und 1918 Mitglied der KPdSU. Jeremenko, Absolvent der Militärakademie Frunse, wurde 1938 Kommandierender General des VI. Kosakenkavalleriekorps, mit dem er am 22.9.39 in Ostpolen und am 17.6.40 in Kowno (Kaunas) bei der Annexion der Baltischen Staaten einrückte. Von Dezember 40 bis Juni 41 im Fernen Osten als Oberbefehlshaber der 1. Rotbannerarmee stationiert, löste Jeremenko nach dem deutschen Angriff am 28.6.41 Armeegeneral Pawlow als Oberbefehlshaber der Westfront ab und übernahm am 12.8.41 die Brjansker Front, die im Oktober von der deutschen 2. Panzerarmee (Guderian) zerschlagen wurde, wobei Jeremenko schwere Verwundungen erlitt. Genesen erhielt er am 25.12.41 den Oberbefehl über die 4. Stoßarmee, die am 16.1.42 Andreapol und vier Tage später Toropez nehmen konnte. Im August 42 wurde Jeremenko Oberbefehlshaber der Stalingradfront, die die Hauptlast der Kämpfe um die Wolgametropole trug und maßgeblichen Anteil hatte an der Einschließung der deutschen 6. Armee (Paulus). Abgelöst von Malinowski, übernahm Jeremenko den Oberbefehl über die selbständig operierende Küstenarmee, stieß über Kertsch vor und sicherte von Süden die Rückeroberung der Krim (Mai 44). Im Juli 44 Oberbefehlshaber der 2. Baltischen Front und Armeegeneral geworden, gelang ihm die Einnahme Rigas im Oktober 44. Im März 45 löste er Armeegeneral Petrow als Oberbefehlshaber der 4. Ukrainischen Front ab und ließ bei Kriegsende einige ihrer Einheiten in Prag einrücken. Nach dem Krieg war der hochdekorierte Jeremenko Befehlshaber in verschiedenen Militärbezirken: Juli 45 Karpaten, Oktober 46 Westsibirien, November 53 Westkaukasien. Im Mai 1958 wurde er Generalinspekteur im Verteidigungsministerium.