Andrei Andrejewitsch Wlassow

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    russischer General

    geboren: 1900 in Lomakino bei Nischni Nowgorod gestorben: 1. August 1946 in Moskau

    Andrej Andrejewitsch Wlassow, Generalleutnant
    General Wlassow besichtigt Verbände der russischen Befreiungsarmee.

    Besuch eines Priesterseminars, 1919 zur Roten Armee, 1930 KPdSU-Mitglied, 1938 Chef des Stabs beim sowjetischen Militärberater in China, 1939 Kommandeur der 99. Schützendivision. Im Januar 41 wurde Wlassow Kommandierender General des IV. mechanisierten Korps, mit dem er nach dem deutschen Überfall bei Lemberg kämpfte. Im September 41 Oberbefehlshaber der 37. Armee, verteidigte er Kiew, übernahm am 30.11.41 die Führung der 20. Armee und hatte wesentlichen Anteil am Abwehrsieg vor Moskau.

    Im März 42 wurde Wlassow als Oberbefehlshaber der 2. Stoßarmee in den Wolchow-Kessel eingeflogen, wo er am 12.7.42 in deutsche Gefangenschaft geriet. Er stellte sich der deutschen antibolschewistischen Propaganda zur Verfügung, unterzeichnete am 19.9.42 sein erstes Flugblatt, das die Rotarmisten zum Überlaufen aufforderte, und gründete am 27.12.42 das "Smolensker Komitee". Sein Plan, aus sowjetischen Hilfswilligen und Kriegsgefangenen eine Freiwilligenarmee zur Befreiung Russlands von der Sowjet-Diktatur zu bilden, wurde von Hitler lange blockiert. So konnte Wlassow, der vergeblich auf eine Änderung der verhängnisvollen deutschen Besatzungspolitik im Osten gehofft hatte, erst am 10.11.44 mit der Bildung der ersten Division beginnen und am 10.2.45 auf dem Truppenübungsplatz Münsingen als "Oberbefehlshaber der russischen Streitkräfte" (28.1.45) die Wlassow-Armee übernehmen. Südwestlich Prag in US-Gefangenschaft geraten, wurde er am 12.5.45 an die Sowjets ausgeliefert, die ihn mit 9 seiner Generäle zum Tod verurteilten.