Amsterdam

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hauptstadt (Regierungssitz: Den Haag) der Niederlande mit ca. 760 000 Einwohnern (1940).

    Amsterdam wurde nach der niederländischen Kapitulation im Zuge des deutschen Westfeldzugs am 15.5.1940 besetzt. Strategisch wenig bedeutend, blieb die Stadt von Bombenangriffen weitgehend verschont. Nur der Flughafen Schiphol wurde einige Male Ziel alliierter Bomber (z.B. 13.12.43).

    Wegen des hohen jüdischen Bevölkerungsanteils (ca. 5%) und als Verwaltungsmetropole war Amsterdam ein Zentrum der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Holland. Bereits am 23.2.1941 wurden etwa 400 jüdische Holländer ins KZ Mauthausen in Österreich deportiert, was am 25.2. zu einem Generalstreik in Amsterdam führte, der durch massiven SS- und Polizeieinsatz in den nächsten Tagen gebrochen wurde. Am 14.7.1942 begannen die eigentlichen Verfolgungen mit der Verschleppung von Tausenden ins Lager Westerbork und von dort in die Vernichtungslager Sobibór und Auschwitz. Den Deportationen, die bis in den September 1944 fortgesetzt wurden, fiel fast die gesamte Judenschaft von Amsterdam zum Opfer, darunter das Mädchen Anne Frank, dessen Tagebuch über zwei Jahre im Versteck vor den Häschern nach dem Krieg als eines der erschütterndsten Zeugnisse des Leidens der Gejagten bekannt wurde.

    Abgeschnitten in der "Festung Holland" endete die Not der Besatzungszeit in Amsterdam erst mit der deutschen Teilkapitulation vor den Briten am 4.5.1945.