Amphibische Streitkräfte

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    meist aus Teilen von Heer, Luftwaffe und Marine zusammengesetzte Großverbände mit Spezialschiffen für das Anlanden von Truppen und Material auf offenem Strand (amphibische Operationen).

    Während des Kriegs bauten die USA und Großbritannien die größte Landungsflotte der Weltgeschichte mit Zehntausenden von Spezialfahrzeugen für die diversen Landungsunternehmen sowohl im Pazifik als auch auf dem europäischen Kriegsschauplatz (z.B. Invasion).

    Allein die US-Werften bauten zwischen 1942 und 45:

    • 24 große Landungsschiffe mit 110 000 t*878 Panzerlandungsschiffe (LST) mit 1 308 220 t*528 mittlere Landungsschiffe (LSM) mit 300 000 t*1294 Infanterie-Landungsfahrzeuge (LCI) mit 249 600 t*130 Unterstützungsfahrzeuge (LCS) mit 15 990 t*1431 Panzerlandungsfahrzeuge (LCT) 195 293 t*60 513 Landungsboote bis 50 mit 742 000 tTonnage insgesamt 2 921 103 t.

    Starke Amphibische Streitkräfte eroberten unter Sicherung durch trägergestützte Fliegerverbände sowie Schlachtschiffe, Kreuzer und Zerstörer die von Japan 1941/42 besetzten Gebiete in Südostasien zurück (Inselspringen). An den Landungen "Torch" in Nordafrika (8.11.42), "Husky" auf Sizilien (10.7.1943), "Avalanche" bei Salerno (9.9.1943), "Shingle" bei Anzio (22.1.1944), "Neptune" in der Normandie (6.6.1944) und "Dragoon" in Südfrankreich (15.8.1944) waren Tausende von Landungsfahrzeugen beteiligt. Allein bei "Neptune", dem amphibischen Teil von "Overlord", betrug ihre Zahl 4126.

    Die deutsche Kriegsmarine zog im Sommer 1940 in den Häfen am Ärmelkanal zwischen Le Havre und Antwerpen für die geplante Landung in Südengland ("Seelöwe") 155 Transportschiffe mit rund 700 000 BRT, 1277 Prähme und Leichter (Flussschiffe), 471 Schlepper und 1161 Motorboote zusammen. Viele Einheiten mussten erst behelfsmäßig für Landungsoperationen hergerichtet werden (Bugrampe u.a.). Speziell für Landungen und Transporte im küstennahen Bereich baute die deutsche Luftwaffe ca. 50 Siebelfähren von 130-230 t und die Kriegsmarine, z.T. auch auf Werften in den besetzten Gebieten, 1007 Marinefährprähme (MFP) von 385 400 t.