Alphonse Juin

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Jahrgangskollege de Gaulles auf der Offiziersschule Saint-Cyr, im 1. Weltkrieg schwere Verwundung 1915, Generalstabsaufgaben in Marokko, 1921/22 Kriegsakademie, 1923 bis 25 und 1929 bis 33 erneut in Marokko, 1938 Brigadegeneral. Bei Beginn des deutschen Angriffs im Westen (10.5.40) war Juin Kommandeur der 15. Infanteriedivision motorisiert und deckte den Rückzug der französischen 1. Armee (Blanchard) nach Dünkirchen. Am 30.5.40 geriet er bei den Kämpfen um Lille in deutsche Gefangenschaft, wurde aber im Juni 41 auf Wunsch Pétains freigelassen, der ihn im November 41 zum Oberbefehlshaber der Vichy-Truppen in Nordafrika ernannte. Von der alliierten Landung "Torch" (8.11.42) überrascht, leistete Juin zunächst Widerstand, schloss sich aber bald den Angloamerikanern an und übernahm den Oberbefehl über die nun freifranzösischen Truppen in Tunesien. Im Oktober 43 wurde er Chef des französischen Expeditionskorps in Italien, das auf dem Nordflügel der 5. US-Armee (Clark) bei Monte Cassino kämpfte und in Rom (4.6.44) einrückte. Am 12.8.44 folgte die Ernennung zum Generalstabschef der französischen Streitkräfte. 1947-51 Generalresident in Marokko, 1951-53 Generalinspekteur des Heeres, 1953-56 Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte Europa Mitte.