Alpenfestung

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    von Hitler in der Lagebesprechung vom 18.4.1945 im Führerbunker erwogene Endkampfstellung in den Alpen, wo er abwarten könne, bis nach Zusammentreffen der Westalliierten und der Sowjets Differenzen die "widernatürliche" Kriegskoalition sprengen würden. Schon am 24.4. sollten sich die in Norditalien kämpfenden deutschen Verbände in die Alpenfestung zurückziehen, die als Reichsbevollmächtigter der Tiroler Gauleiter Hofer führen sollte. An Hitlers Entscheidung, doch in Berlin zu bleiben, scheiterte der ohnedies illusorische Plan, den z.B. der Generalstabschef der Luftwaffe Koller als "kompletten Unfug" bezeichnete. Es fehlte jegliche militärische und logistische Vorbereitung dafür.

    Auch in alliierten Verlautbarungen und Plänen spukte ein Alpenfestung genanntes, umfassend gesichertes "nationales Reduit" umher. Die Verlagerung von Behörden und Teilen des OKW ins Alpengebiet sowie Absichtserklärungen u.a. von RSHA-Chef Kaltenbrunner nährten bei den noch von der Ardennenoffensive gewarnten Westmächten den Verdacht, die nationalsozialistische Führung wolle sich in einer Alpenfestung verschanzen und sie zu einem verlustreichen Endkampf zwingen. Eisenhower telegraphierte am 28.3.1945 an Stalin, er werde auf der Linie Erfurt-Leipzig vorgehen und dort die Rote Armee erwarten, mit dem Gros seiner Kräfte aber die deutsche Alpenfestung nehmen, was den amerikanischen Vormarsch nach Osten entscheidend verzögerte.