Alliierte (Mächte)

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (Eigen-)Bezeichnung für die (verbündeten) Kriegsgegner zunächst Deutschlands, dann der Achse.

    Alliierte waren anfangs (seit 3.9.39) Großbritannien mit seinen Dominions nach Kriegserklärung an das Deutsche Reich aufgrund der Garantieerklärung für Polen vom 31.3.1939 sowie Frankreich, das sechs Stunden nach London den Krieg erklärte. Nach dem Zusammenbruch Frankreichs (22.6.1940) war England vorübergehend - die Exilregierung der besetzten Länder nicht gerechnet - einziger Kriegsgegner Deutschlands, seit 10.6.1940 auch Italiens. Mit dem deutschen Balkanfeldzug (April 1941), dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion (22.6.1941), dem Ausbruch des Pazifikkriegs (7.12.1941) und dem damit verbundenen Kriegseintritt der USA wuchs die Koalition der Alliierten beträchtlich, zumal ihr die mit Washington verbündeten Staaten nach und nach sämtlich beitraten.

    Neben dem Bündnis der Großmächte als eigentliche Alliierte - 12.7.1941 britisch-sowjetisches Abkommen, 12.5.42 Vertrag der "Großen Drei" - bildeten sich am 1.1.1942 durch Vertrag die Vereinten Nationen (zunächst 26 Staaten) als Alliierte im weiteren Sinne. Die Zusammenarbeit hatte unterschiedliche Intensität - von der engen Kooperation der Angloamerikaner bis hin zur bloß nominellen Kriegführung lateinamerikanischer Staaten. Auch die Zielsetzungen differierten: So blieb die Sowjetunion aufgrund eines Neutralitätsvertrags vom 13.4.1941 der Front gegen Japan bis zum 9.8.1945 fern, so kam es über strategische oder Fragen der politischen Nachkriegsordnung zu erheblichen britisch-sowjetischen Konflikten. Frankreich gewann allmählich seinen Rang als Großmacht unter den Alliierten zurück.