Allen Welsh Dulles

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    amerikanischer Politiker

    geboren: 7. April 1893 in Watertown gestorben: 29. Januar 1969 in Washington (D.C.)


    1916 zur US-Botschaft in Wien, 1922-26 Leiter der Nahostabteilung im Außenministerium, bis Kriegsbeginn Anwalt und verschiedene diplomatischen Missionen. 1941 wurde Dulles einer der engsten Mitarbeiter Donovans und arbeitete mit am Aufbau des Office of Strategic Services (OSS). Als Deutschlandexperte übernahm er 1942 die Leitung des OSS-Büros in der Berner Herrengasse, in dem alle Nachrichten von V-Leuten und US-Agenten in Europa zusammenliefen. Als einer der ersten hatte Dulles genauere Kenntnisse über das nationalsozialistische Programm der Judenverfolgung und die Ermordung der Deportierten in den Vernichtungslagern. Verbindungen zum deutschen Widerstand, v.a. zu Kreisen der Abwehr, verschafften ihm wertvolle Erkenntnisse über politische und militärische Absichten der deutschen Führung. Dulles ermutigte die Fraktion der Kriegsmüden im Faschistischen Großrat und trug so zum Sturz Mussolinis (25.7.43) bei. Er scheute aber auch nicht vor Kontakten zu hohen SS-Führern zurück und konnte so im Frühjahr 45 über SS-Obergruppenführer Wolff die vorzeitige Kapitulation der deutschen Truppen in Italien (unterzeichnet 29.4.45) einfädeln. Seit 1947 war er für die OSS-Nachfolgeorganisation CIA tätig, deren Leitung er 1953 übernahm; nach dem Desaster der Landung von Exilkubanern in der Schweinebucht im September 61 zurückgetreten.