Algier

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hauptstadt und größter Hafen Algeriens mit 264 000 Einwohnern (1940). Algier gehörte mit Constantine und Oran zu den französischen Territorien an der afrikanischen Mittelmeerküste, die 1881 zu Bestandteilen des französischen Mutterlands erklärt worden waren; Sitz des französischen Generalgouverneurs für Algerien.

    Nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 wurde die Stadt dank ihrer günstigen geographischen Lage politische Drehscheibe des Maghreb und Metropole des französischen Kolonialreichs in Afrika mit guten Fernsprech-, Schiffs- und Flugverbindungen ins unbesetzte Frankreich; daher Sitz zahlreicher Verwaltungs- und Kommandostäbe sowie einer deutsch-italienischen Kommission zur Überwachung der Waffenstillstandsbedingungen in Französisch Nordafrika. Die USA bekundeten ihr strategisches Interesse durch den Generalkonsul Murphy (Weygand-Murphy-Abkommen).

    Am Vorabend der alliierten Landung (8.11.42) schlug ein übereilter Putschversuch in Algier fehl; die Angloamerikaner stießen auf zum Teil heftige Gegenwehr der pétaintreuen Küstengarnisonen. Der zufällig in Algier weilende Oberbefehlshaber der Vichy-Streitkräfte, Admiral Darlan, vermittelte einen Waffenstillstand. Nach Darlans Ermordung (24.12.1942) führte General Giraud Französisch Nordafrika in den Krieg gegen die Achsenmächte: 3.6.1943 in Algier Gründung des Französischen Komitees der Nationalen Befreiung, das sich auf den Tag genau ein Jahr später, drei Tage vor der Invasion in der Normandie, unter Führung de Gaulles als provisorische Regierung der französischen Republik proklamierte.