Alfred Jodl

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher Generaloberst

    geboren: 10. Mai 1890 in Würzburg gestorben: 16. Oktober 1946 in Nürnberg

    Jodl, Keitel und Hitler (von links) bei einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier während des Frankreichfeldzuges
    Am 23. Mai 1945 verhaften die Briten Dönitz (mitte), seinen Minister Speer (links) und Generalmajor Jodl (rechts).

    im 1. Weltkrieg Artillerieoffizier, 1.10.19 von der Reichswehr übernommen, 1.7.35 Chef der Abteilung L (Landesverteidigung) im Reichskriegsministerium, März-Oktober 38 und wieder seit 23.8.39 Chef des Wehrmachtführungsamts (8.8.40 in Wehrmachtführungsstab umbenannt) im OKW, 1.4.39 Generalmajor. Jodl war als Hitlers engster militärischer Berater an allen Kriegsplanungen beteiligt und nach anfänglichem Zögern von dessen "Genie" überzeugt. Nach dem siegreichen Frankreichfeldzug zum General der Artillerie ernannt (19.7.40), arbeitete er mit an den Angriffsplanungen gegen die UdSSR ("Barbarossa"), wobei in seiner Abteilung auch der Kommissarbefehl formuliert wurde, der allerdings die Unterschrift von OKW-Chef Keitel trug. Bei sich verschlechternder Kriegslage kam es zuweilen zu sachlichen, zunächst aber kaum politischen oder moralischen Differenzen zwischen Jodl und Hitler, der Ende 42 die Ablösung seines Amtschefs durch Paulus erwog, was aber durch dessen Gefangennahme in Stalingrad illusorisch wurde. Obwohl der Wehrmachtbericht, der in Jodls Verantwortung herausgegeben wurde, unvermindert Siegeszuversicht verbreitete, hielt Jodl schon bald die Niederlage für unvermeidlich, ohne freilich persönliche Konsequenzen aus dieser Erkenntnis zu ziehen oder auch nur mit dem Gedanken einer Teilnahme am Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 zu spielen. Erst als Hitler im Frühjahr 45 erwog, die Genfer Abkommen zu kündigen, widersprach Jodl entschieden. Ende April 45, bei Teilung des OKW, ging er nach Flensburg zu Dönitz, in dessen Auftrag er am 7.5.45 in Reims die Bedingungslose Kapitulation unterschrieb und mit dessen Regierung er am 23.5.45 verhaftet wurde. In Nürnberg vor Gericht gestellt, sprach ihn der Internationale Militärgerichtshof in allen Punkten der Anklage schuldig und verurteilte ihn am 1.10.46 zum Tod. Eine deutsche Spruchkammer rehabilitierte Jodl am 28.2.53 als nicht schuldig, allerdings unter Ausklammerung des umstrittenen, weil nachträglich eingeführten Anklagepunkts des Verbrechens gegen den Frieden (Planung und Führung eines Angriffskrieges).

    Ritterkreuz mit Eichenlaub (beides 7.5.45).