Alexandria

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    größte Hafenstadt Ägyptens mit 612 000 Einwohnern (1940), im ägyptisch-britischen Vertrag vom August 36 als Stützpunkt an die Royal Navy verpachtet.

    Alexandria war Hauptquartier der britischen Mittelmeerflotte und wichtigster Nachschubhafen der in Nordafrika operierenden 8. Armee, die von Großbritannien aus teils über die Kaproute, teils mit schnellen Geleitzügen durch die Straße von Gibraltar versorgt wurde. Von Alexandria aus wurde am 11./12.11.1940 das Unternehmen "Judgement" zur Bombardierung von Tarent gestartet, von Alexandria aus sicherte Admiral Cunningham im Mai/Juni 1941 unter schweren Verlusten für die Royal Navy die Evakuierung der britischen Expeditionstruppen aus Griechenland und Kreta. Zur Jahreswende 1941/42 verfügte das Alexandria-Geschwader über kein einziges Schlachtschiff mehr, nachdem U 331 am 25.11. die Barham vor Sollum versenkt hatte und italienische Torpedomänner direkt im Hafen von Alexandria die Valiant und die Queen Elizabeth schwer beschädigt hatten (19.12.). Wiederholt griff die deutsche Luftwaffe Alexandria an und im Sommer 1942 bedrohte Rommels Vormarsch die Stadt. Nach Montgomerys Offensive bei El Alamein (November 1942) verlor Alexandria seine herausragende strategische Bedeutung.

    Fast drei Jahre lang lag in Alexandria ein französischer Flottenverband mit dem Schlachtschiff Lorraine und vier Kreuzern fest. Admiral Godfroy war 1940 mit der Force X im Mittelmeer vom Waffenstillstand überrascht worden und hatte sich der Aufforderung Cunninghams widersetzt, sich unverzüglich den Briten anzuschließen oder seine Einheiten selbst zu versenken. Ein Drama wie in Mers el-Kebir konnte in letzter Minute durch einen Kompromiss der beiden Oberbefehlshaber vermieden werden. Godfroy demobilisierte einen Teil seiner Besatzungen und lieferte die Geschützverschlüsse aus. 1943 schlossen sich die Franzosen dann freiwillig den Alliierten an.