Alexander Löhr

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher (österreichischer) Generaloberst (3.5.41)

    geboren: 20. 1885 Turnu Severin gestorben: 16. 1947 Belgrad


    Eintritt ins österreichische Heer 1904, Infanterieoffizier, 1916/17 und 1918 in der Luftabteilung des Kriegsministeriums, 1933 Generalmajor und Schöpfer der österreichischen Luftstreitkräfte und ihr Befehlshaber, 1.2.38 Generalleutnant. Löhr wurde nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 1.4.38 Kommandierender General der Luftwaffe in der Ostmark und am 16.4.39 General der Flieger und Chef der Luftflotte 4, mit der er am Polen- und Balkanfeldzug sowie bis zum 23.6.42 am Krieg gegen die Sowjetunion teilnahm. Seit 1.1.43 war Löhr Oberbefehlshaber Südost, später bei der Heeresgruppe E auf dem Balkan, mit der er noch im Januar 45 eine Abwehrfront in Jugoslawien aufbaute. Erst am 15.5.45 ging er freiwillig in jugoslawische Gefangenschaft. Wegen des von Hitler angeordneten Luftangriffs auf Belgrad am 6.4.41 wurde ihm der Prozess gemacht und das Todesurteil vollstreckt. Es wurde nicht als mildernd anerkannt - u.a. wegen einiger Fehlwürfe -, dass er Hitlers totalen Zerstörungsbefehl eigenmächtig auf militärisch wichtige Ziele beschränkt hatte. Die Enthüllung einer Gedenktafel für ihn in einer Wiener Offiziersakademie führte noch 1986 zu massiven jugoslawischen Protesten und nach erheblichen politischen Turbulenzen zur Entfernung der Tafel.

    Ritterkreuz (30.9.39) mit Eichenlaub (20.1.45).