Albert Kesselring

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher Generalfeldmarschall

    geboren: 20. November 1885 in Marktstift bei Kitzingen gestorben: 15. Juli 1960 in Bad Nauheim

    "Wüstenfuchs" Erwin Rommel im Gespräch mit Generalfeldmarschall Kesselring, dessen Luftflotte 2 im Dezember 1941 nach Sizilien verlegt worden war, um von dort aus Malta niederzuhalten.
    Generalfeldmarschall Albert Kesselring im Gespräch mit Generaloberst Heinrich Vietinghoff

    1904 Eintritt ins Heer, im 1. Weltkrieg bei der Artillerie, Stabsverwendungen, 1933 formales Ausscheiden aus dem Dienst zur Übernahme des getarnten Luftwaffenverwaltungsamts, 1.3.35 Generalmajor, 1.4.36 Generalleutnant.

    Nach Übergang zur offenen Luftrüstung wurde Kesselring am 5.6.36 Generalstabschef der Luftwaffe, erhielt am 1.6.37 die Beförderung zum General der Flieger und übernahm am 1.1.38 den Oberbefehl über die Luftflotte 1, mit der er am Polenfeldzug teilnahm. Seit Januar 40 kommandierte Kesselring die Luftflotte 2, führte sie im Frankreichfeldzug, während der Luftschlacht um England und bis Dezember 41 auch in Russland. Er wurde danach Oberbefehlshaber Süd mit der schwierigen Aufgabe der Kooperation mit dem italienischen Comando Supremo und dem eigenwilligen Rommel in Nordafrika. Nach dem Ausscheiden Italiens aus dem Krieg (September 43) übernahm Kesselring den Oberbefehl im gesamten Mittelmeerraum (21.11.43 Oberbefehlshaber Südwest) und wurde kurz vor Kriegsende am 11.3.45 Oberbefehlshaber West.

    Am 1.5.45 von den Amerikanern gefangen genommen, wurde Kesselring an die Briten ausgeliefert und in Venedig vor ein Militärgericht gestellt, das ihn wegen des Massakers in den Ardeatinischen Höhlen, die in seinem ehemaligen Verantwortungsbereich lagen, am 6.5.47 zum Tod verurteilte. Zu lebenslanger Haft, später zu 20 Jahren begnadigt, wurde er im Juli 52 vorzeitig freigelassen. Memoiren: "Soldat bis zum letzten Tag" (1953).

    Ritterkreuz (30.9.39) mit Eichenlaub (25.2.42), Schwertern (18.7.42) und Brillanten (19.7.44).