Alan Francis Brooke (Viscount Alanbrooke)

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    brit. Feldmarschall (1.1.44); geboren 23. Juli 1883 Bagnères-de-Bigorre (Frankreich), gestorben 17. Juni 1963 Hartley Wintney (Hampshire)

    Artillerieoffizier, 1914-18 in Frankreich, Generalstabsausbildung, 1935 Inspekteur der Artillerie, 1937 Kommandeur der ersten brit. Panzerdivision, September 39 bis Mai 40 Kommandeur des II. Korps der British Expeditionary Forces in Frankreich, mit dem er den brit. Rückzug nach Dünkirchen deckte; Juli 40 bis November 42 OB der brit. Heimatstreitkräfte und als solcher für die Reorganisation des ges. brit. Heeres verantwortlich. Brooke wurde am 1.12.42 als Nachfolger von Dill Chef des Empire Generalstabs und damit engster militär. Mitarbeiter Churchills, dessen volles Vertrauen er besaß. Als exzellenter Stratege und Organisator sollte Brooke auf Wunsch des Premierministers das Oberkommando bei der Invasion (Unternehmen "Overlord") übernehmen, die endgültige Wahl fiel jedoch auf Eisenhower wegen des polit. und militär. Übergewichts der USA. Rivalitäten unter den alliierten OBs wusste Brooke mit Sachkunde und Gelassenheit auszugleichen. In dieser Rolle bewährte er sich v.a. in den krit. Tagen der Ardennenoffensive (Dezember 44/Januar 45), als zwischen Eisenhower und Montgomery erhebl. Spannungen herrschten. Brookes Tagebücher "Kriegswende 1939-43" (dt. 1957) und "Sieg im Westen" (dt. 1960) gelten als wichtige Quelle für die brit. Kriegführung.