Alamogordo

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Ortschaft im US-Staat New Mexico nahe der texanischen Grenze.

    Bei Alamogordo wurde auf einem Versuchsgelände der Luftwaffe am 16.7.45 um 5.30 (Ortszeit) als Abschluss des so genannten Manhattan Project die erste Atombombe gezündet: Der Sprengsatz war auf einen 30 m hohen Stahlmast montiert, in 10 km Entfernung beobachtete eine automatische Messstation den Versuchsablauf, 8 km weiter saßen die ersten wissenschaftlichen Beobachter, ein weiterer Überwachungspunkt war in 40 km Abstand installiert. Die Wetten, dass überhaupt eine Explosion stattfinden werde, standen 50:50 in der Versuchsleitung unter General Groves und den Physikern Oppenheimer und Enrico Fermi (1901 bis 1954), dem am 2.12.1942 die erste Kettenreaktion gelungen war.

    Die Detonation übertraf alle Erwartungen: Statt der prognostizierten Sprengwirkung von 10 000 t TNT (herkömmlicher Sprengstoff) wurde das Doppelte erreicht. Der Blitz wurde noch in 300 km Entfernung gesehen, offiziell meldete man aus Geheimhaltungsgründen die Explosion eines Munitionsdepots.

    US-Präsident Truman versuchte den Erfolg von Alamogordo für das Potsdamer Abkommen auszuschlachten und ordnete den Einsatz der eigentlich für den europäischen Kriegsschauplatz entwickelten Bombe gegen Japan an.