Alëuten

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Kette von ca. 150 Inseln im nördlichen Pazifik zwischen Alaska und Kamtschatka; etwa 1750 km lang, 37 40 km², dünn besiedelt.

    Die Alëuten kamen 1867 zusammen mit Alaska an die USA, die bei Kriegsbeginn in Dutch Harbor einen kleinen Stützpunkt für ihre Marineluftwaffe unterhielten. Im Zusammenhang mit der Schlacht bei den Midway-Inseln unternahmen die Japaner Anfang Juni 1942 einen Ablenkungsangriff auf die Alëuten. Die Landungsflotte unter Vizeadmiral Moshiro Hosogaya traf auf keinen nennenswerten Widerstand und konnte einige Inseln besetzen. Das Fehlen ihrer Träger Ryujo und Junyo mit ihren 82 Maschinen bei Midway sollte sich allerdings bitter rächen.

    Die Japaner mussten ihre Garnisonen auf den Alëuten über See versorgen. Die amerikanische Flotte nutzte das zu Angriffen auf die Konvoiverbindungen. Bei den russischen Kommandeur-Inseln kam es dabei am 26.3.1943 zum ersten und letzten Artilleriegefecht zwischen schweren Überwassereinheiten beider Seiten (sonst meist Luft- oder U-Boot-Angriffe auf Schiffsziele). Anfang Mai 1943 eroberte eine amerikanische Landungsstreitmacht von ca. 11 000 Mann gegen zähen Widerstand die Insel Attu zurück. Am 15.8.1943 folgte die Wiederbesetzung von Kiska, das die Japaner kurz zuvor unbemerkt geräumt hatten. Mit den Alëuten war das einzige Stück amerikanischen Staatsgebiets während des Kriegs zeitweilig in Feindeshand. Strategisch hatte das wenig Bedeutung und schadete den Japanern eher durch die Zersplitterung ihrer Seestreitkräfte, wie bei Midway bewiesen.