Aichi M6A Seiran

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    japanischer Marinebomber, speziell für den Einsatz gegen das amerikanische Festland und weit entfernte US-Basen konstruiert.

    Zum Antransport standen vier zu Unterwasser-Mutterschiffen umgebaute Super-U-Boote der I-400 Klasse (5223 t Verdrängung) zur Verfügung. Sie konnten in zylinderförmigen Hangars an der Steuerbordseite des Kommandoturms zwei oder drei Aichi M6A Seiran aufnehmen und diese mit 800 kg Bombenlast oder einem Torpedo über eine Katapultbahn auf dem Oberdeck starten. Die zweisitzige Aichi M6A Seiran hatte faltbare Tragflächen und Doppelschwimmer, die im Notfall abgeworfen wurden. Die Besatzungen sollten nach dem Angriff neben den Tauchbooten wassern und sofort an Bord genommen werden. Die Aichi M6A Seiran flog mit einem 1400-PS-Reihenmotor maximal 470 km/h bei 1100 km Reichweite; insgesamt wurden 30 Exemplare gebaut.

    Im Dezember 1944 wurde unter der Bezeichnung 613. Luftkorps eine Einheit aus 12 Maschinen aufgestellt, die nach einem Angriff auf die US-Basis Ulithi Atoll bis vor die Küste Mittelamerikas gebracht werden und von dort aus den Panamakanal bombardieren sollte. Die Flottille war im Juni 1945 bereits ausgelaufen, als das Hauptquartier die Aktion abbrach und Kamikaze-Einsätze anordnete.