Adria(tisches Meer)

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    nördliches Nebenmeer des Mittelmeers zwischen Italien, Jugoslawien und Griechenland, 800 km lang und bis zu 220 km breit (132 000 km²).

    Die Adria wurde wegen ihrer Lage zunächst vom Kriegsgeschehen wenig berührt, zumal sie nach der italienischen Besetzung Albaniens (April 1939), der Zerschlagung Jugoslawiens und der Besetzung Griechenlands im Zuge des Balkanfeldzugs (April 1941) quasi ein italienisches Meer wurde. Erst im Mai 1943 rückte das Seegebiet ins Blickfeld, als Churchill auf der Konferenz in Washington ("Trident") die Landung in Süditalien forderte, u.a. um einen Zugang zur Adria zu gewinnen und damit bessere Versorgungswege für die Partisanen auf dem Balkan. Die Briten übernahmen daher auch den rechten Flügel, besetzten am 9.9.1943 Tarent ("Slapstick") und rückten an der italienischen Ostküste bis 27.12.1943 nach Ortona vor. Diese Stoßrichtung gehörte zu Churchills Südstrategie zur Eindämmung des sowjetischen Vormarsches nach Westen und zur Freihaltung der Küsten des Mittelmeers, einer traditionellen Lebensader des britischen Empire, von sowjetischem Einfluss. Er drang damit jedoch beim amerikanischen Verbündeten nicht durch, sodass Angriffe über die Adria auf den Balkan unterblieben und eine geordnete Rückführung der dortigen deutschen Kräfte, aber auch das Einrücken der Roten Armee in Jugoslawien nicht behindert wurde.