Adolf Hitler

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher nationalsozialistischer Politiker

    geboren: 20. April 1889 in Braunau am Inn gestorben: 30. April 1945 in Berlin

    Hitler in Paris. Im Hintergrund der Eiffelturm

    Kriegsfreiwilliger im 1. Weltkrieg als Gefreiter (EK I 1918), nach der Niederlage V-Mann der Reichswehr, 1919 Beitritt zur Deutschen Arbeiterpartei (DAP), 1921 Vorsitzender der zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannten rechtsextremistischen und antisemitischen Gruppierung, 1923 missglückter Putschversuch gegen die Reichsregierung, 1924 Festungshaft und Abfassung der Programmschrift "Mein Kampf", 1925 Neugründung der Partei, 1930 Einzug mit 107 Abgeordneten in den Reichstag, 1932 stärkste Fraktion, 30.1.33 Ernennung zum Reichskanzler, 23.3.33 Ermächtigungsgesetz und Beseitigung des parlamentarischen Systems, 30.6./1.7.34 Ausschaltung der innerparteilichen Opposition durch Mordaktion während der Röhm-Affäre (83 Opfer, meist hohe SA-Führer), 2.8.34 Ernennung zum "Führer und Reichskanzler" und damit Vollendung der Errichtung der persönlichen Diktatur, Aufrüstung und Revision der Friedensbedingungen von Versailles: Wiedereinführung der Wehrpflicht und Abschluss des Deutsch-Britischen Flottenabkommens (1935), Besetzung der entmilitarisierten Zone des Rheinlands (1936), Angliederung Österreichs und des Sudetenlands (1938).

    Treffen zwischen Hitler und Pétain (links) am 22. Oktober 1940 in Montoire

    Ab 1939 konzentrierte sich Hitler auf zwei ideologische Hauptpunkte: Rasse und Raum. Seit der Kristallnacht (November 38) beschleunigten etliche Erlasse die innere Ausbürgerung der deutschen Juden aus der gedachten Volksgemeinschaft "deutschen Blutes"; auch infolge der lange anhaltenden britischen Politik des Appeasement glaubte er, seine Gewalt voraussetzenden Nahziele - u.a. "Zerschlagung der Tschechoslowakei" - rascher ansteuern zu können als in der Hoßbach-Niederschrift (November 37) veranschlagt. Alle Unternehmungen Hitlers seit 1938 scheinen nach den Selbstaussagen zudem unter dem Diktat der Lebensuhr gestanden zu haben: Er war überzeugt, krank zu sein und nicht mehr viel Zeit zu haben. Nach dem Einmarsch in Prag (März 39) und dem Ende der britischen Appeasement-Politik schaffte der Nichtangriffsvertrag mit der UdSSR, nebst geheimem Zusatzprotokoll über die Aufteilung Ostmitteleuropas (August 39), die vermeintlich Glück verheißende strategische Ausgangslage. Damit war der Weg frei zum Einfall in Polen, wobei Hitler auf das Stillhalten Englands spekulierte. Stalin hingegen rechnete mit einer wechselseitigen kapitalistischen Selbstzerfleischung durch einen Krieg im Westen - zum sowjetischen Vorteil. Er ahnte nicht, dass Hitlers Wehrmacht sich lange als unbesiegbar erweisen und im Grunde gestärkt aus den Blitzkriegen 1939-41 hervorgehen würde.

    Hitler beim Kartenstudium nach der Invasion der UdSSR am 22. Juni 1941

    Der "Feldherr Hitler" war eine zwiespältige Erscheinung. Er konnte unkonventionell denken und zeigte sich für kühne Operationspläne offen, so für den Angriff durch die Ardennen im Mai 40 (Frankreichfeldzug). Auch förderte er mit seinem Sinn für moderne Technik den kombinierten Bewegungskrieg von Land- und Luftwaffe. Erst als die Gegner gleichzogen, später an Menschen und Material weit überlegen wurden, wendeten sich Vorzüge in Schwäche. Jetzt fehlte dem Autodidakten die Denkschulung der Generalstäbler. Da er aber erfahrenen Rat nicht annahm - wegen früherer Fehlvoraussagen der Militärs gegen seinen besseren Instinkt ?, häuften sich nun die Fehler. Alles selber entscheidend, degradierte er seine Feldmarschälle zu Handlangern. In der Not der Abwehrschlachten kehrte er zu den Methoden des Stellungskrieges von 1914/18 zurück: Halten um jeden Preis. Unter dem veränderten Gesetz der Bewegung von 1939-45 und angesichts überdehnter Fronten und mangelnder Reserven beschleunigte dieses Rezept den Untergang.

    Hitlers "Freudentanz" nach dem Eintreffen der Nachricht, dass Frankreich die Waffenstillstandsbedingungen unterzeichnet hat

    Im Schatten des Weltanschauungskrieges im Osten (seit Juni 41) ließ Hitler seine wiederholten Drohungen gegenüber der "jüdischen Rasse in Europa" wahr werden. Ein furchtbares Ausrottungsprogramm begleitete die Jahre 1941-45, in denen Rassenwahn und Lebensraumutopie einander ergänzten. Der Auftrag zur "Endlösung der Judenfrage" und der Eroberungskrieg gegen Russland unter Vertragsbruch waren für Hitler die historischen Vollzugsmeldungen zur Programmatik von "Mein Kampf". Inmitten millionenfachen Todes anderer blieb dessen Urheber trotz mehrerer geplanter und vollendeter Attentate nahezu unversehrt. Hitler starb von eigener Hand in den Trümmern dessen, was einmal seine Weltmetropole "Germania" hätte werden sollen, nachdem er zuvor im Führerbunker seine Geliebte Eva Braun geheiratet hatte. Seine letzte politische Willenserklärung (Testament) verlangte "unbarmherzigen Widerstand gegen die Weltvergifter aller Völker, das internationale Judentum".

    Siehe auch Kriegsziele Hitlers (Thema) und Weg in den Krieg (Thema)