Admiral Graf Spee

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Das Ende der "Graf Spee"

    nach Vizeadmiral Maximilian Graf von Spee (1861-1914) benanntes deutsches Panzerschiff (Westentaschenschlachtschiff), Stapellauf 30.6.1934, in Dienst gestellt 6.1.1936; 16 200 t, 28,5 Knoten Höchstgeschwindigkeit, 186 m lang, 22 m breit, 101 Mann Besatzung, 6x28-cm-Rohre in Drillingstürmen, 8x15-cm- und 6x10,5-cm-Kanonen, 8 Torpedorohre, Reichweite der schweren Artillerie 27,4 km, 2 Bordflugzeuge Arado Ar 196.

    Die Admiral Graf Spee verstieß wie ihre Schwesternschiffe Deutschland (Lützow) und Admiral Scheer gegen den Versailler Vertrag, der den Neubau von Linienschiffen nur in bestimmten Fristen, in begrenzter Zahl und mit einer Tonnage von maximal 10 000 t gestattete.

    Bei der Unterlegenheit der deutschen Kriegsmarine hatten die schweren Überwassereinheiten die Aufgabe, durch Einzelkampf im Handelskrieg die gegnerischen Kräfte zu zersplittern und zu binden. Gemäß diesem Auftrag lief die Admiral Graf Spee unter dem Kommando von Kapitän zur See Langsdorff am 21.8.1939 von Wilhelmshaven in den Südatlantik aus, wohin schon ihr Trossschiff Altmark vorausgefahren war. Ende September nahm die Admiral Graf Spee den Kampf auf mit der Versenkung des britischen Passagierdampfers Clement, dem bis Anfang Dezember 8 weitere britische Handelsschiffe folgten (insgesamt 50 081 BRT). Die Admiral Graf Spee operierte so geschickt, dass die Royal Navy mehrere Suchgruppen mit jeweils überlegener Feuerkraft zusammenstellen musste, um die Gefahr auszuschalten.

    Matrosen der "Admiral Graf Spee" beobachten den Untergang eines von ihnen getroffenen britischen Handelsschiffes im Südatlantik.

    Erst am 13.12.1939 stieß ein Verband mit dem Schweren Kreuzer Exeter und den Leichten Kreuzern Ajax und Achilles unter Commodore Henry Harwood vor der Mündung des Rio de La Plata auf die Admiral Graf Spee, die sich weisungswidrig zum Kampf stellte. Es gelang Langsdorff, die Exeter außer Gefecht zu setzen und auch die beiden Leichten Kreuzer zu beschädigen. Wegen einiger eigener Treffer und Verluste (36 Tote, 59 Verwundete) aber nahm er nicht die Verfolgung auf und wich auch nicht in den offenen Atlantik aus, sondern lief zwecks Reparatur Montevideo an. Die uruguayischen Behörden verweigerten jedoch die dafür erforderliche Liegezeit. Langsdorff, verunsichert durch gefälschte Meldungen über die Konzentration starker britischer Kräfte vor der Küste, ließ daher die Besatzung von Bord gehen, lief am 17.12. wieder aus und sprengte nach Rücksprache mit Berlin die Admiral Graf Spee knapp außerhalb der 3-Meilen-Zone. Er selbst nahm sich am 20.12. das Leben.