Aachen

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutsche Großstadt nahe der belgischen Grenze mit 162 000 Einwohnern (1939).

    Aachen war gleich nach Angriffsbeginn im Westen (10.5.1940) Ziel britischer Luftangriffe, die in den folgenden Monaten und Jahren mit wachsender Intensität wiederholt wurden. Besonders schwere Bombenangriffe trafen die Stadt am 13./14.7.1943, am Heiligen Abend 1943 und am 11./12.4.1944. Dabei wurden Dom, Kaiserpfalz und weitere Kulturdenkmäler zerstört oder beschädigt.

    Aachen als "Wiege des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" sollte nach Hitlers Willen um jeden Preis gehalten werden: Am 11.9.1944 nahmen die deutschen Truppen im Raum Aachen ihre Stellungen am Westwall ein, den Einheiten der 1. (Hodges) und 9. US-Armee (Simpson) Anfang Oktober durchbrachen. Die Zivilbevölkerung der zu 65% zerstörten Stadt wurde weitgehend evakuiert, ehe die Amerikaner am 7.10. mit massiver Luft- und Artillerieunterstützung zur Umfassung ansetzten. Ihre Angriffskeile schlossen sich am 14.10. um Aachen, das von 5000 Mann unter Oberst Wilck in zähem Straßenkampf verteidigt wurde. Erst am 21.10. wurden die Ruinen übergeben. Die Schlacht um Aachen verzögerte den alliierten Vormarsch ins Ruhrgebiet um mehrere Wochen.

    Aachen wurde im März 45 noch einmal Schauplatz kriegerischer Ereignisse, als ein Kommando des Werwolfs absprang und den von den Alliierten eingesetzten Oberbürgermeister Oppenhoff erschoss.