"Zeppelin"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Deckname für die Ausbildung von sowjetischen Gefangenen durch das RSHA, Amt VI/Sonderreferat CZ, zum Einsatz gegen die UdSSR.

    1942 beschloss das RSHA in den nicht von der Wehrmacht besetzten Gebieten der UdSSR einen Masseneinsatz von Agenten, deren Hauptaufgabe neben einer laufenden Berichterstattung mittels Funk die politische Zersetzung und Sabotage in den Industriebetrieben sein sollte. Die zukünftigen Agenten wurden aus sowjetischen Gefangenen ausgewählt, die in besonderen Lagern für den Einsatz vorbereitet und nach der Ausbildung durch Flugzeuge des Kampfgeschwaders 200 der Luftwaffe im sowjetischen Hinterland mit Fallschirmen abgesetzt wurden. Die Agenten, die im Frontbereich zum Einsatz kommen sollten, wurden von Sonderkommandos der Einsatzgruppen sowie Einheiten der Wehrmacht durch die vorderen Linien in das Feindgebiet geschleust. Sofern ein ausgewählter Gefangener für den Einsatz z.B. aus Krankheitsgründen nicht mehr geeignet erschien, wurde er der "Sonderbehandlung" (Erschießung) zugeführt. Insgesamt wurden rund 200 Agenten als nicht mehr "brauchbare" Geheimnisträger im KZ Auschwitz liquidiert; zahlreiche weitere in Sonderlagern der Einsatzgruppen bzw. Dienststellen des SD im Osten, z.B. Wissokoje.

    Das Unternehmen "Zeppelin" war im Wesentlichen erfolglos. Nach dem Absprung meldeten sich die "Agenten" überwiegend bei den sowjetischen Behörden bzw. Militärdienststellen oder liefen im Frontgebiet zu den Partisanen über; von der Wehrmacht wurde die Aktion spöttisch "Partisanennachschub-Zentrale" genannt.