"Window"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Codename für das britische Verfahren zur Störung deutscher Funkmessgeräte durch Massenabwurf von Metallfolien; erstmals mit durchschlagendem Erfolg praktiziert beim Großangriff "Gomorrha" auf Hamburg in der Nacht zum 25.7.43. Dichte Wolken von 30 cm langen und 1,5 cm breiten Aluminiumstreifen ("Chaff") saturierten das im Dezimeterwellenbereich arbeitende Würzburg- und Lichtenstein-Radar der Bodenabwehr und Nachtjagd. Das "Window"-Verfahren war beiden Seiten schon seit über einem Jahr bekannt und hieß bei der deutschen Luftwaffe "Düppel". Man verzichtete jedoch zunächst auf den Einsatz aus Sorge, der Gegner könne nach dem gleichen Muster das eigene Radar mattsetzen. Nach dem ersten Überraschungserfolg wurden Gegenmaßnahmen entwickelt, u.a. Entstörgeräte wie "Würzlaus" oder Ausweichen auf andere Radarfrequenzen, wobei der kürzere Zentimeterwellenbereich am schwersten zu stören war. Die deutsche Luftwaffe wandte das "Window"- bzw. "Düppel"-Verfahren ("düppeln") u.a. bei ihrer letzten Bomberoffensive "Steinbock" gegen Großbritannien an.