"Wilde Sau"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Tarnbezeichnung der deutschen Luftwaffe für wetterabhängige helle Objektnachtjagd im Gegensatz zum bodengelenkten "Himmelbett"-Verfahren oder der weiträumigen Verfolgungsnachtjagd "Zahme Sau". Für die "Wilde Sau" wurden seit Sommer 43 nach der Störung des Lichtenstein-Radars durch "Window"-Abwurf v.a. Me 109 und Fw 190 mit Zusatztanks eingesetzt. Sie versammelten sich im hell erleuchteten Zielgebiet (Brände, Scheinwerfer, Markierungswürfe) der feindlichen Bomber und griffen auf Sichtweite an. Bei schlechtem Wetter häuften sich jedoch die eigenen Ausfälle, sodass die "Wilde Sau" im März 44 eingestellt wurde. Inzwischen hatten die zweimotorigen Nachtjäger mit Naxos und dem neuen Lichtenstein SN 2 neue leistungsfähige Radaraugen zum Aufspüren der anfliegenden Bomberverbände bekommen.