"Vineta"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Deckname für eine geheime Dienststelle des Propagandaministeriums, die bereits vor dem Russlandfeldzug eingerichtet wurde und am 20.7.42 als "Vineta Propagandadienst Ostraum e.V." eine eigene Vereinssatzung erhielt. Im Verlauf des Ostfeldzugs textete der Übersetzerstab von "Vineta" nicht nur einen großen Teil der Flugblätter, Plakate und Broschüren für Einsatz und Verteilung in den besetzten Ostgebieten, sondern produzierte v.a. Rundfunksendungen auf Russisch, Ukrainisch, Weißruthenisch, Lettisch, Estnisch, Litauisch und in 10 kaukasischen Sprachen. Zahlreiches Propagandamaterial, das die Wehrmacht (Propagandakompanien) über den Verbänden der Roten Armee abwarf, stammte von "Vineta". Am 1.1.43 verfügte die Dienststelle über 395 Mitarbeiter, ein Jahr später waren es sogar 932. Danach sank die Zahl durch "Auskämm-Aktionen" für den Frontdienst rasch wieder ab. Für "Vineta" arbeiteten zudem im Sommer 44 rund 1400 ausländische Künstler und Künstlerinnen. In der letzten Kriegsphase betreute "Vineta" Rundfunksendungen in 16 Ostsprachen, die sich besonders an die Ostarbeiter (Zwangsarbeiter) und die Wlassow-Armee richteten; letzter Chef war Dr. Hermann Greife.