"The Hump"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Truppenbezeichnung der amerikanischen Luftbrücke von Nordindien nach China; der Name hump (= Höcker) bezog sich auf die steilen, bis 6000 m hohen Gipfel des Himalaja, die von den Transporterpiloten überquert werden mussten. Jeden geglückten Versorgungsflug über das höchste Gebirge der Erde markierten sie mit einem Kamel auf dem Rumpfbug ihrer Maschinen. Nach der Eroberung der Burmastraße durch die Japaner Anfang 42 war für die lebenswichtigen westlichen Lieferungen an Nationalchina nur der Luftweg geblieben. Aus improvisierten Anfängen mit einigen requirierten Douglas-DC-3-Verkehrsflugzeugen entwickelte sich nach und nach das größte strategische Lufttransportunternehmen des Krieges. Es war dazu bestimmt, China im Krieg zu halten und damit japanische Kräfte auf dem Festland zu binden. "The Hump" erlebte im letzten Kriegsjahr den Höhepunkt mit einer Leistung von 71 042 t im Juli 45. Bis zum offiziellen Abschluss wurden unter der Regie des Air Transport Command (ATC) rund 650 000 t Nachschubgüter und Treibstoff über den Himalaja gebracht, die sowohl für die Truppen des Kuomintang als auch für die in China stationierten US-Luftstreitkräfte bestimmt waren. Da es an Flugzeugen, Ersatzteilen und Piloten mangelte, beflogen die Besatzungen die etwa 800 km lange Route von den Ausgangsbasen in Nordindien und später in Nordburma nach Kunming (Yünnan) oft dreimal täglich oder auch nachts unter häufig schwierigsten Wetterbedingungen. Unfälle waren v.a. zu Beginn an der Tagesordnung, im Januar 44 kamen auf je 1000 t Fracht 3 Tote. Insgesamt starben rund 850 Transportflieger im Einsatz, fast 600 Maschinen gingen verloren. Letzter Kommandeur der Operation war Brigadegeneral William Turner, der 1948 die Berliner Luftbrücke organisierte.