"Skorpion Ost"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Deckname für ein Propagandaunternehmen der SS-Standarte "Kurt Eggers" in Russland. Im Anschluss an die Erfahrungen eines kleinen begrenzten Unternehmens am Oranienbaumer Kessel westlich Leningrad ("Wintermärchen") im Winter 43/44 entschloss sich die Standarte dazu, durch eine letzte Mobilisierung und Konzentration aller zur Verfügung stehenden Kräfte ein neues Kampfpropagandaunternehmen im Bereich der Heeresgruppe Nordukraine gegen Verbände der Roten Armee zu starten. In enger Zusammenarbeit mit Offizieren um Wlassow liefen die Vorbereitungen für "Skorpion Ost" im Mai 44 an; die SS-Standarte stellte dafür den Kommandeur, 33 Offiziere und über 500 Mann ab. Die Amtsgruppe Wehrmachtpropaganda unterstützte "Skorpion Ost" mit 60 Offizieren und rund 800 Unteroffizieren und Mannschaften der Propagandakompanien. Neben mobilen Druckereien für Flugblattherstellung verfügte die Truppe über einen eigenen Kurzwellensender und über die beiden stationären Sender "Presov" und "Banska Bijstrika". Trotz punktueller Erfolge (1698 sowjetische Überläufer im Oktober 44) konnte "Skorpion Ost" vor dem Hintergrund der allgemeinen Kriegslage keinen entscheidenden psychologischen Einbruch beim Gegner erzielen.