"Normandie-Njemen"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Name eines freifranzösischen Jagdfliegerregiments, das 1943/45 auf sowjetischer Seite kämpfte. Die Einheit bestand aus Freiwilligen, deren Entsendung die gaullistische Militärmission in Moskau am 26.11.42 mit dem sowjetischen Oberkommando vereinbart hatte. Nach Umschulung auf Maschinen vom Typ Jak, die blau-weiß-rote Propellernaben und das Lothringer Kreuz auf dem Seitenleitwerk erhielten, begann die Gruppe "Normandie" im März 43 ihre Fronteinsätze im Mittelabschnitt. Als sie im Oktober 43 zur Auffrischung ins Winterquartier nach Tula verlegt wurde, hatte sie 77 bestätigte Luftsiege bei 21 eigenen Verlusten zu verzeichnen. Nach Reorganisation wurde die Einheit auf 4 Jagdstaffeln mit 51 Flugzeugen verstärkt und in "Regiment Normandie" umbenannt. Es nahm an der Befreiung Weißrusslands und an der Eroberung Ostpreußens teil. Zur Erinnerung an die Teilnahme am Vormarsch bis ins Mündungsgebiet des Njemen (deutsch Memel) nannte sich das Regiment seit Oktober 44 "Normandie-Njemen". Im Juni 45 kehrten die überlebenden Piloten mit ihren Jaks, die ihnen Stalin geschenkt hatte, nach Paris zurück. 273 bestätigte und 37 wahrscheinliche Luftsiege waren dem Regiment gelungen bei 15 Gefallenen, 31 Vermissten und 6 Verwundeten.