"Mulberry Harbor"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (englisch Maulbeer-Hafen), Tarnbezeichnung für künstliche Häfen, die die Alliierten bei der Invasion in der Normandie einsetzten. 2 Mulberry Harbor wurden im September 43 in Auftrag gegeben, sie sollten hinter einer Kette aus 60 versenkten Blockierungsschiffen und Senkkästen als Wellenbrecher montiert werden und bestanden aus Ponton-Molenköpfen sowie einer schwimmenden Straße. Die 61 m langen, 18 m breiten und 3 m tiefen Pontons erhielten an den 4 Ecken motorgetriebene ausziehbare Teleskopbeine, die in den Grund getrieben wurden und ihre Länge je nach Wasserstand veränderten. Je 2 der Molenköpfe, insgesamt 32, wurden in T-Form aneinandergereiht, sodass immer 2 Fahrzeuge zugleich zu entladen waren. Von den Pontons führte eine schwimmende Straße zur Küste; sie gab zwar dem Seegang nach, blieb aber durch Verankerung immer passierbar. 150 Schleppboote brachten seit 9.6.44 die Einzelteile über den Kanal, wo ein Mulberry Harbor vor dem amerikanischen Landekopf "Omaha" und einer vor dem "Gold Beach" der Briten bei Arromanches montiert wurde. Über den amerikanischen Mulberry Harbor wurden nach 10 Tagen schon 14 000 t Nachschub täglich gelöscht, doch zerstörte ihn ein Sturm wenig später; der britische Mulberry Harbor wurde langsamer fertig, widerstand aber dafür dem Sturm und ermöglichte nach Reparatur seit 8.7.44 täglich einen Umschlag von 6000 t Versorgungsgütern.