"Morgenluft"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Deckname der Offensive Rommels mit Teilen des Deutschen Afrikakorps (15. Panzerdivision und 164. leichte Division) gegen den südlichen Frontabschnitt des II. US-Korps (Fredendall) im Februar 43 in Tunesien. In Erweiterung der Konzeption von Generaloberst v. Arnim beim Unternehmen "Frühlingswind" zielte "Morgenluft" mit geballtem Stoß auf Kasserine, Tebéssa und schließlich Bône an der algerischen Küste, um die US-Truppen von ihren Nachschubbasen abzuschneiden. Der am 15.2. anlaufende Angriff brachte zunächst erstaunliche Anfangserfolge: Noch am gleichen Tag wurde Gafsa genommen, am 17. Feriana. Das OKW verfügte daraufhin die Verstärkung des Angriffskeils durch die Kampfgruppe Ziegler (10. und 21. Panzerdivision der 5. Armee) zum Vorstoß über den Kasserinepass, der am 18.2. in deutscher Hand war. Der alliierte Widerstand versteifte sich jedoch; Meldungen über Offensiv-Vorbereitungen der britischen 8. Armee gegen die Mareth-Linie zwangen schließlich am 24.2. zum Abbruch von "Morgenluft", dem letzten deutschen Versuch im Afrikafeldzug, die Initiative zurückzugewinnen. Trotz wesentlich höherer alliierter Verluste war der Aderlass für die deutsch-italienischen Truppen gravierender, da schwerer zu kompensieren bei der alliierten Luft- und Seeherrschaft. Der Fehlschlag führte zur Bildung der Heeresgruppe Afrika aus allen deutsch-italienischen Verbänden im tunesischen Brückenkopf unter dem einheitlichen Kommando Rommels (25.2.), der am 9.3. durch v. Arnim abgelöst wurde.