"Mittelbau"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (auch "Dora-Mittelbau"), Deckname für ein unterirdisches Rüstungszentrum im Südharz mit Schwerpunkt im Raum Nordhausen. "Mittelbau" wurde eingerichtet nach dem schweren britischen Bombenangriff vom 17./18.8.43 ("Hydra") auf die Raketenversuchsanstalt in Peenemünde. Es wurde eigens eine reichseigene Tarnfirma Mittelwerk GmbH für die Errichtung der Produktionsstätten gegründet, in denen die Massenfertigung der künftigen "Vergeltungswaffen" (V 1, V 2) in bombensicheren Schächten und Stollen anlaufen sollte. Bei Kriegsende waren rund 30 000 Menschen, zum größten Teil Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge aus Buchenwald, zur Geheimwaffenproduktion im so genannten Mittelraum eingesetzt, der im April von US-Truppen besetzt wurde. Die Anlagen des "Mittelbau" fielen ihnen fast unversehrt in die Hände und wurden nach Ausschlachtung am 1.7.45 den Sowjets übergeben, die die verbliebenen deutschen Spezialisten - die meisten hatten schon die Amerikaner engagiert - in die UdSSR transportierten.

    Lagerkommandant Otto Förschner sowie mehrere Angehörige der SS-Wachmannschaft wurden von amerikanischen Militärgerichten zum Tod verurteilt.