"Michael"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Deckname für die deutschen Planungen zur Räumung der Krim. Im Oktober 43 drohte die Abschnürung der deutschen 17. Armee auf der Halbinsel durch die 4. Ukrainische Front (Tolbuchin). Das daraufhin vom deutschen Oberbefehlshaber General der Pioniere Jaenecke ausgelöste Unternehmen "Michael" wurde jedoch von Hitler am 28.10. angehalten, sodass nach Durchbruch der Sowjets am 1.11. bis zum Dnjepr die Landenge von Perekop abgeriegelt und der deutsche Verband von allen Landverbindungen abgeschnitten war. Bis April 44 wurde er auf die Seefestung Sewastopol in aussichtslose Lage zurückgedrängt, Hitler aber reagierte noch am 29.4. auf Vorstellungen Jaeneckes, die noch 64 000 deutschen Verteidiger über See zu retten, mit der Ablösung des Oberbefehlshabers durch General der Infanterie Allmendinger. Am 8.5. musste dann doch die Genehmigung zur Räumung erteilt werden, es gelang Luftwaffe und Kriegsmarine aber nur noch, 37 000 Mann, darunter 10 000 Verwundete, nach Rumänien zu überführen, die Zahl der Toten und Vermissten war damit seit dem 8.4. auf 31 700 Deutsche und 25 000 Rumänen angestiegen, das Schicksal von 20 000 Mann blieb ungeklärt.