"Jubilee"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (ursprünglich "Rutter"), seit Juli 42 Deckname des britischen Operationsentwurfs für einen Raid gegen die französische Hafenstadt Dieppe an der Kanalküste. Der seit April 42 geplante Invasionsversuch "Jubilee" sollte Aufschlüsse über die deutsche Verteidigungstaktik im Falle einer Großlandung bringen und begrenzte militärische Aufträge erfüllen. Politisch stand dahinter die Bemühung um Beschwichtigung der bedrängten Sowjetunion, die ungeduldig die Eröffnung einer Zweiten Front in Europa einforderte. Trotz der beengenden Steilküstenabschnitte wurde Dieppe als Ziel gewählt, weil es typisch war für die deutschen Küstenbefestigungen und günstig im Aktionsradius der britischen Jagdwaffe lag. Militärisches Ziel war die Ausschaltung der deutschen Batterien von Berneval östlich bis Varengeville westlich von Dieppe, wo die Hafenanlagen, die Radarstation, der Feldflugplatz sowie die Munitions- und Treibstoffdepots zerstört werden sollten. Außerdem wollte man versuchen, das Hauptquartier der deutschen 302. Infanteriedivision (General Haase) 5 km landeinwärts in Arques-la-Bataille zu erreichen und dort strategische Planungsunterlagen zu erbeuten. Bereitgestellt wurden als Landungstruppen 6086 Mann der 4. und 6. Brigade der 2. kanadischen Division (Generalmajor Roberts) mit 30 Panzern und des 3. und 4. Kommandos der Royal Navy unter dem Schutz von 8 Zerstörern, 2 Kanonen- und 16 Vorpostenbooten, 7 U-Jägern, 20 Artillerieträgern und kleineren Einheiten; die Landungsflotte umfasste 191 Schiffe und Boote. Ursprünglich für den 4.7.42 vorgesehen, wurde das Untenehmen "Jubilee" wegen schlechten Wetters auf den 18./19.8.42 verschoben.