"Hydra"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Codebezeichnung für den britischen Luftraid gegen Peenemünde in der Nacht 17./18.8.43. Für "Hydra" stellte das Bomber Command 598 viermotorige Lancaster- und Halifax-Bomber ab, die mit 4000 Mann Besatzung in drei Wellen die Raketenversuchsanstalt des Heeres vernichten sollten. Das wegen der großen Entfernung riskante Unternehmen wurde flankiert von einem Ablenkungsangriff mit Mosquito-Bombern gegen Berlin, der die deutsche Luftabwehr erfolgreich täuschte. Zu spät wurde der Hauptangriff erfasst, sodass nur noch 30 Jäger über genug Sprit verfügten, um über Peenemünde einzugreifen. Immerhin gelang noch der Abschuss von 40 und die Beschädigung von 32 Bombern der dritten Welle. Der knapp zweistündige "Hydra"-Angriff verursachte riesige Brände, doch blieben die wesentlichen Versuchseinrichtungen, die sich rechtzeitig hatten einnebeln können, weitgehend unversehrt. 733 Menschen kamen ums Leben, darunter Triebwerkexperte Thiel und Werkstättenleiter Walther. "Hydra" verzögerte die Weiterentwicklung der V 2 um 2 Monate, da wegen der Gefahr weiterer Angriffe die Verlegung der Produktion in abgelegenere Gebiete ("Mittelbau") angeordnet wurde. "Hydra" wurde wohl auch zum letzten Auslöser für den Selbstmord des Generalstabschefs der Luftwaffe Jeschonnek.