"Husky"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (amerikanisch starker Mann), Codebezeichnung der alliierten Landungsoperationen auf Sizilien am 10.7.43. Beschlossen auf der Casablancakonferenz im Januar 43, entsprach "Husky" ganz der "Strategie der Peripherie" Churchills, der sich damit gegen den amerikanischen Wunsch durchsetzte, die Zweite Front in Nordfrankreich zu errichten. Sizilien erhielt den Vorzug vor Sardinien, weil es günstiger im Aktionsbereich der von Nordafrika operierenden Luftstreitkräfte lag. Das Unternehmen verzögerte sich allerdings wegen des unerwartet langsamen Vormarsches in Tunesien und wegen der weiterschwelenden britisch-amerikanischen Differenzen, die sich auf unterer Ebene fortsetzten: Die Leitung von "Husky" lag gemeinsam beim amerikanischen Oberbefehlshaber Eisenhower und seinem britischen Kollegen Alexander. Die Landung durchführen sollten US-Generalleutnant Patton mit der amerikanischen 7. Armee und der britische General Montgomery mit seiner 8. Armee, gedeckt zur See durch die Flotte des britischen Admirals Cunningham und in der Luft durch die Verbände des amerikanischen Luftmarschalls Tedder. Schließlich verständigte man sich auf eine Doppellandung: An der Südostspitze des sizilianischen Dreiecks zwischen der Halbinsel von Pachino und dem Hafen von Syrakus sollten Montgomerys Verbände Fuß fassen, möglichst schnell die dahinter liegenden Höhen nehmen und Häfen für den Nachschub sichern. Pattons Truppen erhielten als Angriffsziel den Golf von Gela zugewiesen und den Auftrag, die Flugfelder von Licata im Westen und hinter Gela im ersten Ansturm zu nehmen, aus symbolischen Gründen wurde ihrer 3. Division ein französisches Bataillon zugeteilt. Insgesamt waren für die erste Welle 160 000 Mann mit 24 000 Fahrzeugen, 600 Panzern und 1800 Geschützen vorgesehen. Sie würden auf 200 000 Mann der italienischen 6. Armee und die deutsche Panzerdivision "Hermann Göring" sowie die 15. Panzergrenadierdivision treffen, wobei allerdings nur die deutschen Verbände einigen Kampfwert hatten. Den Alliierten war die desolate Situation der Verteidiger bekannt, die zudem zur See und in der Luft der Invasionsstreitmacht nichts entgegenzusetzen hatten. Dennoch fürchtete man, dass die deutsche Wehrmacht Reserven heranbringen würde. Außerdem kannte man nicht die Haltung der Bevölkerung und hatte wenig Erfahrung mit amphibischen Operationen. Überraschend kam daher die schnelle Eroberung der Insel, nachdem "Husky" nach wochenlangen vorbereitenden Luftangriffen angelaufen war.