"Gustav-Linie"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Codebezeichnung für die von Südwesten nach Nordosten quer über den italienischen "Stiefelschaft" verlaufende deutsche Verteidigungsstellung in Mittelitalien als Riegel vor Rom. Die "Gustav-Linie" wurde nach der alliierten Landung bei Salerno (9.9.43) in fieberhafter Eile von der Organisation Todt und italienischen Arbeitsbataillonen ausgebaut. Sie zog sich von der Mündung des Garigliano ins Tyrrhenische Meer flussaufwärts über den Monte Cassino bis ins Quellgebiet des Rapido in fast 2000 m Höhe und dann nach Roccaraso über den Kamm des Apennin bis Casoli und an die Adria hin. Nachdem die Alliierten Neapel schon am 1.10.43 genommen hatten, planten sie die Einnahme von Rom noch im Oktober, stießen jedoch plötzlich auf massiven Widerstand der deutschen 10. Armee (v. Vietinghoff), die Zeit zum Ausbau der "Gustav-Linie" gewinnen musste. Erst im Dezember 43 bezog sie hier Stellung und lieferte von den Höhen herab dem an Feuerkraft und Luftwaffe zehnfach überlegenen Gegner eine über vier Monate dauernde Abwehrschlacht, die sich vor allem auf die Sperrstellung bei Cassino vor dem Liri-Tal konzentrierte. Der Versuch der Alliierten, durch die Landung bei Anzio (21.1.44) die "Gustav-Linie" "von hinten zu knacken", scheiterte. Erst Mitte Mai 44 gab die Linie nach, und der Weg nach Rom wurde geöffnet.