"Grüne Linie"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Deckname für die nördlichste deutsche Verteidigungsstellung in Italien über den ganzen Stiefelschaft von der Küste des Tyrrhenischen Meers nördlich Pisa an Lucca und Pistoia vorbei über den Kamm des Apennin bis an die Adria zwischen Pesaro und Rimini. Ursprünglich "Goten-Stellung" genannt, wurde der Abwehrriegel "mit Rücksicht auf die italienische Bevölkerung" am 15.6.44 in "Grüne Linie" umbenannt und nach Aufgabe kleinerer Sperrstellungen am Trasimener See und am Arno im August 44 von der deutschen 14. Armee (Lemelsen) im Westen und der 10. Armee (v. Vietinghoff) auf der adriatischen Seite eingenommen. Die Alliierten erreichten die "Grüne Linie" Ende August auf voller Länge und entschieden sich wegen der Unwegsamkeit des Zentrums zum Angriff im Osten mit der britischen 8. Armee (Leese), die sofort am linken Flügel mit dem V. Korps (Keightley) und dem kanadischen 1. Korps (Burns) durchbrach. Am Gemmano- und Coriano-Rücken 10 km nördlich blieb die Offensive jedoch liegen, und es dauerte bis Mitte September, ehe der Vormarsch auf Rimini (21.9.) fortgesetzt werden konnte. Die Briten kamen bis zur Winterpause Anfang Januar 45 noch bis Ravenna, während die 5. US-Armee (Clark) nach Überwindung der "Grünen Linie" 50 km vor Bologna zum Stehen gebracht wurde. Hier erstarrte die Front, und erst im April 45, unmittelbar vor der deutschen Kapitulation in Italien, gelang den Alliierten der Durchbruch in die Poebene.