"Fat Man"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (englisch Dicker Mann), angeblich in Anspielung auf den korpulenten Churchill gewählter Spitzname der rundlichen Atombombe, die am 9.8.45 von US-Major Charles W. Sweeny mit einer B-29 Superfortress über Nagasaki ins Ziel gebracht wurde. "Fat Man" war 4 m lang, wog 5 t und arbeitete nach dem Implosionsprinzip: 64 ringförmig angeordnete Zünder sprengten die Stützen weg, die beide Bombenhälften trennten. Sie wurden dadurch zusammengeführt und erreichten so die überkritische Masse, die zur Auslösung der Kernkettenreaktion erforderlich ist. Mit 22 Kilotonnen (kt) Sprengwirkung war "Fat Man" zwar deutlich stärker als die Hiroshima-Bombe "Little Boy", erzielte aber wegen der örtlichen Gegebenheiten (trennende Hügelkette) nicht die gleichen Verwüstungen. Ursprünglich für Korkura auf Kiuschu vorgesehen, das aber unter dichten Wolken lag, vernichtete "Fat Man" Nagasaki und besiegelte Japans Niederlage. Eine Bombe vom Typ "Fat Man" war auch beim ersten erfolgreichen Test bei Alamogordo am 16.7.45 verwendet worden.