"Demon"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (englisch Gespenst), Codebezeichnung für die Räumung Griechenlands gegen Ende der ersten Phase des deutschen Balkanfeldzugs. Nach dem Durchbruch der deutschen Truppen nach Attika am 20.4.41 war die Lage des britischen Expeditionskorps von über 60 000 Mann hoffnungslos. Unter dem Vorwand, nicht gegen den Willen der Griechen den Widerstand fortsetzen zu können, da dies die Verwüstung des Landes bedeuten würde, ließ Churchill am 24.4. "Demon" auslösen: 6 Leichte Kreuzer, 20 Zerstörer, 3 Kanonenboote, 2 Landungsschiffe und 19 Transporter sowie zahlreiche kleinere Fahrzeuge nahmen die Commonwealth-Soldaten an Bord, die meist vom offenen Strand in Attika, vor allem aber auf dem Peloponnes eingeschifft wurden. Es wurde ein Wettrennen mit den vorstoßenden schnellen deutschen gepanzerten Verbänden, denen Fallschirmjäger u.a. den Isthmus von Korinth öffneten. Bis zum 29.4. gelang schließlich unter Zurücklassung aller schweren Waffen und des meisten Geräts die Überführung von 50 762 Mann nach Kreta und Ägypten. Da sich die Evakuierungsflotte (Vizeadmiral Pridham-Wippell) nicht unsichtbar machen konnte wie ein "Demon", verlor sie durch Luftangriffe des deutschen VIII. Fliegerkorps (v. Richthofen) 2 Zerstörer und 4 Transporter mit 40 480 BRT. Der Seetransport verlief dagegen fast störungsfrei, da die italienische Flotte kurz zuvor in der Schlacht bei Kap Matapan schwere Verluste erlitten hatte und ihre U-Boote ohne Erfolg blieben.