"Crusader"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (englisch Kreuzfahrer), Codebezeichnung für den britischen Entsatzvorstoß auf Tobruk im November/Dezember 41 mit dem XIII. und XXX. Korps der 8. Armee (Cunningham) gegen die deutsch-italienischen Truppen Rommels. Während die indisch-neuseeländischen Einheiten des britischen XIII. Korps den Halfajapass umgehen sollten, um Fort Capuzzo und Sollum anzugreifen, war für Panzerbrigaden des XXX. Korps weiter südlich der Vormarsch über Bir El Gubi nach Tobruk vorgesehen. Am 18.11.41 überschritten die britischen Truppen mit 724 Tanks die libysch-ägyptische Grenze, kamen aber nur im Abschnitt der 7. Panzerbrigade auf Sidi Rezegh vor den Toren Tobruks planmäßig voran. Die 22. Panzerbrigade wurde von der italienischen Division "Ariete" gestoppt, die 4. Panzerbrigade von der deutschen 21. Panzerdivision, die von Norden in die britische Flanke stieß. Rommel versuchte nun die britischen Spitzen einzuschließen und konnte in der verlustreichen "Schlacht am Totensonntag" (23.11.41) den ersten Ansturm von "Crusader" zum Scheitern bringen. Der britische Oberbefehlshaber Auchinleck ersetzte daraufhin Cunningham durch Ritchie. In Verfolgung seines Sieges zog Rommel fast alle Kräfte zum Gegenstoß nach Osten zusammen und entblößte dadurch den Belagerungsring um Tobruk, dessen britische Besatzung (70. Division) ausbrach und sich mit den im Norden vorgehenden Neuseeländern unter Freyberg vereinigte. Nun im Rücken bedroht und bei britischer Luftherrschaft (1076 Maschinen gegenüber 120 deutschen und 200 italienischen) ohne ausreichenden Nachschub, musste das erschöpfte Deutsche Afrikakorps am 7.12. den Kampf abbrechen und die Cyrenaika räumen, die Besatzungen im Raum Sollum kapitulierten Mitte Januar 42. Insgesamt verloren die Achsentruppen 33 000 Mann, die Briten 18 000 beim Unternehmen "Crusader".