"Chariot"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (englisch Streitwagen), Codebezeichnung für das britische Kommandounternehmen gegen die Werftanlagen der westfranzösischen Hafenstadt Saint-Nazaire im März 42. Seit dem Auftauchen der Bismarck im Atlantik befürchtete die britische Admiralität die Verlegung der Tirpitz in atlantische Gewässer, wo sie sich zusammen mit den schweren Überwassereinheiten Scharnhorst, Gneisenau und Prinz Eugen, die in Brest lagen, zu einer bedrohlichen Streitmacht hätte vereinigen können. Im Oktober 41 wurde daher "Chariot" in Planung genommen zur Zerstörung des einzigen Docks, das die Tirpitz aufnehmen konnte: Der alte Zerstörer Campbelltown wurde mit Sprengstoff und Zeitzünder ausgerüstet und sollte, gesichert von zwei Begleitzerstörern und 16 Vorpostenbooten mit insgesamt 353 Mann und 258 Kommandosoldaten, von der Besatzung vor das äußere Schleusentor des großen Docks bugsiert werden. Die Mannschaft sollte nach Auslösung des Zünders wie die anderen Kommandos an Land gehen und weitere Sabotageakte gegen die Werft- und Hafenanlagen des deutschen U-Boot-Stützpunkts ausführen. Zur Verwirrung der Abwehr war ein vorangehender Luftangriff auf die Stadt geplant. Als "Chariot" am 26.3.42 unter Führung von Fregattenkapitän Robert Ryder anlief, war der Grund dafür weitgehend weggefallen, da die deutsche Kriegsmarine mit dem Kanaldurchbruch im Februar 42 die Atlantikschlacht über Wasser abgebrochen hatte.