"Cap Arcona"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutsches Passagierschiff, 27 000 BRT; in den letzten Kriegsmonaten zu Flüchtlingstransporten aus dem Osten eingesetzt. Ende April 45 ging die Cap Arcona in der Lübecker Bucht vor Anker und nahm am 25./26.4. etwa 5000 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme an Bord, die von 400 SS-Männern und 500 Marineartilleristen bewacht wurden. Viele der entkräfteten Häftlinge starben in den nächsten Tagen wegen der mangelhaften Versorgung oder aufgrund von Misshandlungen auf dem völlig überfüllten Schiff. Am 3.5.45 sollten weitere 2000 Häftlinge aus dem KZ Stutthof auf die Cap Arcona und die Thielbek gebracht werden, doch verweigerten die Kapitäne die Aufnahme. Die Kähne mit den Gefangenen trieben an den Strand zwischen Neustadt und Pelzerhaken, wo sie von SS-, Marine-, HJ-und Volkssturmangehörigen beschossen wurden; 350 Häftlinge fanden dabei den Tod. Die Schiffe in der Bucht wurden inzwischen Opfer eines Angriffs britischer Flugzeuge, die mit Bomben und Bordwaffen die Cap Arcona in Brand schossen, das Hissen weißer Tücher blieb ohne Wirkung. Häftlinge, die sich an Deck retten wollten, wurden von Bewachern mit Maschinenwaffen erschossen. Diejenigen, denen dennoch der Sprung über Bord gelang, ertranken zumeist in der kalten See. Nur 500 Menschen überlebten das Inferno.