"Avalanche"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (englisch Lawine), Codebezeichnung der alliierten Landungsoperation auf dem italienischen Festland südlich Neapel Anfang September 43. Nach der Eroberung Siziliens setzten die angloamerikanischen Truppen nach kurzer Pause zum Sprung auf die italienische Halbinsel an: Am 3.9.43 begann die Invasion mit dem Unternehmen "Baytown" der britischen 8. Armee beim Übergang über die Straße von Messina, am 9.9.43 folgte das Unternehmen "Slapstick", die Landung bei Tarent und am gleichen Tag wurde "Avalanche" ausgelöst. Es richtete sich gegen die Küste des Golfs von Salerno, wo ein 35 km langer Strand mit geringer Brandung die Ausschiffung von Landungstruppen begünstigte. Salerno erhielt den Vorzug vor der Bucht von Gaeta rund 100 km nordwestlich im Rücken der deutschen "Gustav-Linie" auch wegen der besseren Erreichbarkeit für die taktischen Luftstreitkräfte auf den sizilianischen Flugplätzen und für die von Süden vorrückende britische 8. Armee. Der Termin sollte die deutsche Verwirrung nach dem italienischen Sonderwaffenstillstand vom 3.9. (bekannt gegeben und in Kraft gesetzt am 8.9.) nutzen, der die Wehrmacht zu aufwändigen Maßnahmen gegen die ehemaligen Verbündeten ("Achse") zwang und das Heranführen von Reserven erschwerte. Bereitgestellt wurde für "Avalanche" die 5. US-Armee (Clark) mit dem X. britischen Korps, das bei Salerno selbst, und dem VI. US-Korps, das weiter südlich beim antiken Paestum Fuß fassen sollte. Die Verteidigung lag bei der deutschen 10. Armee (v. Vietinghoff), die zunächst nur die 16. Panzerdivision aufbieten konnte. Trotz des klaren Übergewichts der Angreifer gestaltete sich der Ablauf von "Avalanche" (Salerno) nicht so, wie es die Planung vorsah, v.a. gelang es nicht, die deutschen Truppen im "Fuß" des italienischen Stiefels abzuschneiden.