"Arcadia"-Konferenz

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Codebezeichnung für eine Gesprächsserie zwischen US-Präsident Roosevelt und dem britischem Premier Churchill vom 22.12.1941 bis 14.1.1942 in Washington unter zeitweiliger Hinzuziehung der Stabschefs.

    Die "Arcadia-Konferenz" wurde bedeutsam v.a. durch die strategische Grundsatzentscheidung, alle Anstrengungen zunächst auf die Niederkämpfung Hitler-Deutschlands zu konzentrieren ("Germany first") und im Fernen Osten derweil defensiv zu operieren. Außerdem wurde die Schaffung eines gemeinsamen Generalstabs (Combined Chiefs of Staff) sowie gemeinsamer Oberkommandos auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen beschlossen.

    Auf der "Arcadia-Konferenz" entstand zudem die Idee einer weltweiten Kriegs- und Nachkriegsallianz der Kriegsgegner der Achsenmächte unter dem von Roosevelt geprägten Begriff der Vereinten Nationen. Die dazu formulierte Deklaration wurde zuerst von den britischen und amerikanischen Regierungschefs, dem sowjetischen und dem chinesischen Botschafter und später von Vertretern weiterer 22 Staaten unterschrieben. Sie bekräftigte die politischen Ziele der Atlantik-Charta (14.8.1941), verpflichtete die Signatarstaaten, alle Hilfsquellen zu mobilisieren und bis zum gemeinsamen Sieg keinen Waffenstillstand oder Separatfrieden abzuschließen.