"Anvil"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (englisch Amboss), Codebezeichnung des alliierten Operationsentwurfs für eine Landung in Südfrankreich, beschlossen auf der Konferenz von Teheran (November 1943) als Flankierung des Unternehmens "Overlord" in der Normandie.

    Churchill, unterstützt von französischer Seite, hielt einen Vorstoß auf Wien von Italien aus für erfolgversprechender (Abschneiden der deutschen Truppen auf dem Balkan) und für politisch erwünscht (Fernhalten der Roten Armee von Mitteleuropa). Er drang damit jedoch bei Roosevelt nicht durch, der mit "Anvil" den sowjetischen Wunsch nach Stärkung der Zweiten Front in Frankreich erfüllen wollte. Die Planungen übernahm der Stab der 7. US-Armee (Patch) in Algier mit der Maßgabe, "Ende Mai 1944 eine amphibische Operation gegen Südfrankreich durchzuführen, sich eines der großen Häfen zu bemächtigen, auf Lyon und Vichy vorzugehen und den Invasionstruppen aus der Normandie die Hand zu reichen". Als Landestreifen wurde die Küste östlich von Hyères mit Schwerpunkt bei Saint-Tropez ins Auge gefasst, nahe genug bei Korsika für effektive Luftunterstützung und in einiger Entfernung von den starken Verteidigungsstellungen um Toulon und Marseille.

    Der für die Auslösung von "Anvil" vorgesehene "J-Day" musste, wie der "D-Day" in der Normandie, mehrfach verschoben werden, weil Landungsfahrzeuge fehlten und der alliierte Vormarsch in Italien hinter den Plänen zurückblieb, sodass von dort kaum Kräfte abzuzweigen waren. Erst am 5.7.1944 wurde das nun in "Dragoon" umbenannte Unternehmen auf den 15.8.1944 festgesetzt.