"Achse"

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (Fall Achse), Deckname für die militärischen Maßnahmen bei einem Ausscheren Italiens aus dem Bündnis mit Deutschland.

    Eine Woche nach der Kapitulation der deutsch-italienischen Heeresgruppe Afrika legte OKW-Chef Keitel am 21.5.1943 einen Operationsplan für das italienische Festland und den italienisch besetzten Teil von Südfrankreich vor: Stichwort "Alarich", nach der Verhaftung Mussolinis am 25.7.1943 umbenannt in "Achse".

    Der Plan sah vor: 1. Rücknahme der bedrohten Fronten und Räumung insbesondere der Inseln Korsika und Sardinien; 2. "Neutralisierung" der italienischen Streitkräfte; 3. Besetzung der militärischen Befehlszentralen; 4. Beschlagnahmung aller italienischen Flugzeuge und Flak-Geschütze durch die Luftwaffe; 5. Blockierung der italienischen Flotte in den Häfen.

    Unmittelbar nach dem italienischen Sonderwaffenstillstand vom 3.9.1943 löste Oberbefehlshaber Süd Kesselring den Fall "Achse" aus. Während Rommel in Norditalien die Truppen des bisherigen Verbündeten gefangen nehmen ließ, beschränkte sich Kesselring auf Entwaffnung, die in wenigen Tagen abgeschlossen war (Übergabe Roms am 10.9.). Die Verbände der italienischen Kriegsmarine konnten allerdings meist das offene Meer gewinnen und hatten nur einige Verluste durch deutsche Luftangriffe (u.a. Schlachtschiff Roma).

    Im Gefolge von "Achse" kam es bei der Übernahme italienischer Stützpunkte v.a. in Dalmatien und auf den Inseln des Dodekanes - nicht nur bei Gegenwehr - zu summarischen Erschießungen von Offizieren und auch Mannschaften, ja zu regelrechten Massakern an den entwaffneten Truppen.